Chronik 1940

2.1.      10000 Wolhyniendeutsche kommen nach Sachsen. Zwei der Sonderzüge nach Pirna - Schloß Sonnenstein. PA, 2.1.40, S.5.  

4.1.      Errichtung von 21 Eigenheimen in H-G-Siedlung nicht in Angriff genommen. Zurückgestellt: Geplante Kleinsiedlung in Jessen,

 auch verschiedene Volkswohnungsbauten. Erweiterung der Schweinemästerei in Rottwerndorf von 100 auf 200 Schweine. B III-II, 19, Kriegsmaßnahmen, Berichte. 1938-1942, Bl. 33.

Verkehrsamt: Verkehrshaus am Bahnhof bei Kriegsausbruch geschlossen. - Heeresstandortarzt und militärische Auskunftsstelle + Übernachtungsstelle f. durchreisende Soldaten. B III-II, 19, Kriegsmaßnahmen, Berichte. 1938-1942, Bl. 34.

 4.1.      Rund 1000 deutsche Rückwanderer aus Galizien in Pirna angekommen. Morgen nächster Transport (siehe 5.1., S.5.) PA, 4.1.40, S.5.  

6.1.      Die DAF bezieht Neubau am Sportplatz. PA, 6./7.1.40, S.5 und PA, 13./14.1.40, S. 11.  

10.1.    Vier Volksdeutsche aus Wolhynien verstorben. Auf Sonnenstein beigesetzt. PA, 11.1.40, S.5.  

12.1.    Im „Pirnaer Rückwandererlager“ auf dem Sonnenstein 1683 Personen untergebracht, dav 986 Erwachsene. PA, 13./14.1.40, S.5.  

Mitte Jan.       Städtische Schulen wegen Mangel an Heizstoffen von Mitte Jan. bis Anf. April geschlossen. B III-II, 19, Kriegsmaßnahmen, Berichte. 1938-1942, Bl. 43-44.

15.1.      Führerappell des Standorts Pirna der NSDAP. Erinnerungsmedaillen für den 1.Oktober 1938 (Besetzung des „Sudetenlandes“) verliehen an: Obersturmbannführer Hanke, Sturmbannführer Höse, Sturmhauptführer Riedel Sturmbannführer Otto Köhler, Obersturmbannführer Richter, Hauptsturmführer Molle (Sebnitz) u.a. PA, 15.1.40, S.5; PA, 19.1.40, S. 5; PA, 24.1.40, S.5.  

16.1.      Mutschmann-Besuch bei Wolhyniendeutschen in Pirna und Bad Schandau. PA, 17.1.40, S.5.  

26.1.    Da Frostferien für Schulen, werden Schüler aufgefordert, Schulen zu bestimmten Zeiten aufzusuchen zur Abgabe erledigter und Entgegennahme neuer Hausaufgaben. PA, 26.1.40, S. 5.  

9.2.            Ratsherrenberatung in Pirna. Ernennung und Vereidigung dreier neuer Ratsherren. Vom Kreisleiter berufen: Teichert, Kreisobmann der DAF, Buchhalter Lahl und Rechtsanwalt Dr. Meischke.1938 in Rottwerndorfer ratseigenen Scheune Schweinemästerei für 100 Schweine eingebaut. Jetzt Erweiterungsbau für 100-120 Schweine im Rahmen des Ernährungshilfswerks vorgesehen. PA, 10./11.2.40, S.5.  

Febr.-März            Häufigste Nachrichten zu dieser Zeit: WHW-Sammelergebnisse, Aufrufe zu Altpapiersammlungen, Mitteilungen über Verdunkelungsmaßnahmen und –Vorschriften, Probeallarme, Veranstaltungen von Krieger vereinen („Kreiskriegerverband“), Metallsammlung. Von Vereinen sonst nur noch über OG des Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz.  

6.3.            Reichsgesundheitsführer Dr. Conti besuchte u.a. Wolhyniendeutschen-Lager in Sachsen auch das auf dem Sonnenstein in Pirna. PA, 6.3.40, S.5.  

7.3.            Oberschule für Jungen - Reifeprüfung. Studien- und Berufswünsche: 18 Offiziere, 8 Ingenieure, 6 Ärzte, 5 gehobene Beamte, 5 Wehrmachtsbeamte, 3 höhere Lehrer, 3 Juristen, 3 gehobene mittlere Beamte, 2 Architekten, je 1 Dipl.-Kaufmann, Volkswirt, Dipl.-Landwirt, Dipl.-Chemiker, Biologe, Meteorologe, Schriftleiter, Tierarzt, Zahnarzt, Volksschullehrer, Bibliothekar, Dolmetscher, 3 Zollbeamte. PA, 7.3.40, S.5.  

5.4.      Die Wolhynien- und Galiziendeutschen, die seit Anfang Januar im Lager Sonnenstein waren, verließen dieser Tage das Lager, um vorübergehend in andere Lager und dann nach Osten eingesetzt zu werden. PA, 5.4.40, S.5.

Wolhyniendeutsche mit Sonderzug nach Zittau. „Die Fluren des Ostlandes wollen bestellt sein!“ - Sonnenstein wird Durchgangslager für „Rückwanderer“. Dazu „Fliegende Kommission III“ ins Lager zu ihrer „Durchschleusung“. Arbeitet im Auftrag des Reichsführers SS usw. Erste Station für Rückwanderer: Einwanderungszentrale Lodsch. PA, 11.4.40, S.5.  

9. 4.     Überfall auf Dänemark und Norwegen.  

10.4.    In 7 Landdienstlagern werden im Kreis in den nächsten Wochen 250 Jungen und Mädel eingesetzt. PA, 10.4.40, S.5.  

12.4.        NSDAP-Ortsgruppe Pirna-West - öffentl. Vers.: „Warum wir siegen.“ OGL Hugo Hille. SA-Sturmführer Scheibe zu vormilitärischer Wehrerziehung in der SA. PA, 12.4.40, S.5. Kreisleiter Elsner macht für Namensgebung Vorschläge (folgen Namen) unter der Überschrift: „Gebt euren Kindern deutsche Namen!“ S.7.  

14.14.            NSDAP gibt Hinweise, wo Auskunft über Gefallene, Verwundete oder Vermißte zu erhalten. In der Regel bei NSDAP-OG. U.a. bei: OGL Schreiber, Heidenau; Stellv. OGL Täubrich, Gottleuba; OGL Mayer, Liebstadt; Stellv. OGL Kratzer, Königstein; OGL Gräfe, Bad Schandau; OGL Müller, Neustadt; Stellv. OGL Hub, Sebnitz; OGL Scheufler, Stolpen. Metallsammlung: u.a. auch Pokale der Sportvereinigungen gespendet. PA, 13./14.4.40, S.5.  

17.4.    75 Arbeitsdienstmänner aus Kreis Pirna in Arbeitsdienstlager im Protektorat abgefahren. PA, 17.4.40, S.5.  

18.4.    Ausbau der städtischen Oberschule f. Mädchen. Seit Herbst 1937 Ausbau der Höheren Mädchenschule zur OS f. M. Jetzt alle 8 Klassen vorhanden, damit Vollausbau abgeschlossen. Zwei Formen (Züge): Hauswirtschaftl. u. Sprachl. PA, 18.4.40, S.5.  

9.5.            Freiwillige Feuerwehr Pirna als technische Hilfpolizei vereidigt. PA, 9.5.40, S.6.  

10. Mai            Faschistischer Überfall auf die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Frankreich.  

11.5.    Künftig keine Tanzveranstaltungen mehr. PA, 11./12.5.40, S.5.  

19.5.    670 Ehrenkreuze für Mütter im Landkreis Pirna zum Muttertag verliehen. PA, 17.5.40, S.5.  

20. 5.            Errichtung des KZ Auschwitz.  

10. 6.   Beitritt Italiens zum Krieg.  

20.6.            Kreisverbandstagung des VDA. Stellv. Vors.: Dr. Ullrich zu Grundsätzen des Volkstumskampfes:

1.      Der Bauer muß immer der Urquell der Gruppe im Ausland sein.

2.      Die Volksgemeinschaft hilft sich sozial und ohne Klassenbewußtsein gegenseitig.

3.      Die Blutreinheit muß gewahrt bleiben und die Vermischung mit Fremdvölkern unterbleiben.

4.      Kinderreichtum mit Erbgesundheit sichert allein den völkischen Bestand. PA, 20.6.40, S.5.  

 24.7.            Tanzverbot gelockert. Mittw. u. Sonnabend nach 19 Uhr zugelassen. PA, 24.7.40, S.5.  

26.7.            Verhalten gegenüber Kriegsgefangenen. Beschäftigungslage macht stärkeren Einsatz notwendig. Appell an Frauen; nicht gemeinsam am Tisch sitzen; Nicht zu Feiern und Festen, nicht in Gasthäuser mitnehmen; keine Zuwendung von Lebensmitteln. „Wer anders handelt, den trifft schwerste Strafe!“ PA, 26.7.40, S.5.  

6.8.      Jeder Soldat u.a. im Westen Eingesetzte darf pro Monat bis zu 4 Päckchen abgabefrei in die Heimat schicken. Höchstgewicht je P. 500 g; Überschreitungen um 100 % sind nicht zu beanstanden. PA, 6.8.40, S.5.  

9.8.            Volksdeutsche Rückwanderer verlassen Lager in Sachsen, dar. Sonnenstein. Pirna – großes Durchgangslager, wo seit April aus verschiedenen anderen Lagern in nur wenigen Tagen Überprüfung erfolgte. „Hier wurden sie noch einmal auf ihre Deutschblütigkeit und ihre rassischen Werte genau geprüft. Danach erfolgte ihre Unterteilung in verschiedene Gruppen.“ Nun: Aussiedlung in eroberte Ostgebiete. PA, 9.8.40, S.5.

Koppelsdorf – der erste HJ-Landdienstlehrhof Deutschlands (Bericht und Bild).  

15.8.    Wieder allgemeines Tanzverbot (für „öffentliche Tanzlustbarkeiten“). PA, 15.8.40, S.5.  

20.8.    An 10 Appellen nahmen 1824 Politische Leiter teil (aus dem ganzen Kreis bis hinunter zum Blockleiter). PA, 21.8.40, S.5.  

22.8.    „Volksdeutsche werden Reichsbürger“. Bericht über Verfahren des Einsatzes der „Rückwanderer“ aus Wolhynien, Galizien und Bialystock. Pirna war „Einwanderungszentrale Nordost, Nebenstelle Pirna“. Bemerkenswerte Formulierung: „...daß viele tausende volksdeutsche Rückwanderer unseren Sachsengau wieder verlassen haben und nun im Osten eine lebende deutsche Sperrmauer bilden.“ Gruppenteilung der Rückwanderer nach Einsatzmöglichkeiten: O-, H- oder S-Karte. O-Karte: Bauernfamilien mit mehreren Kindern, die im Osten Landstellen erhalten. PA, 22.8.40, S.5.  

24.8.    Die neue Reichskleiderkarte wird vorgestellt – Punktetabelle (ganze Seite!). PA, 24./25.8.40, S.2.  

27.8.            Beratung des OB mit Ratsherren: Die Pg. Fichtner und Boden als Stadträte berufen und vereidigt. Bürgermeister Kühn: „...daß die Ratsherren das Bindeglied zwischen der Einwohnerschaft und dem OB seien, während die Stadträte zur Unterstützung des OB in der laufenden Verwaltung bestimmt sind.“ PA, 28.8.40, S.5.  

2.9.            Jubelnder Empfang siegreicher Truppenteile in Pirna. PA, 3.9.40, S. 5.  

27./28.9.        Versammlungsaktion im Kreis Pirna am 27. und 28. 9. unter dem Thema „Dem Endsieg entgegen.“ PA, 14./15.9.40, S.5; PA, 4.9.40, S.5; PA, 19.9.40, S.5.  

3.10.    Die ersten Transporte Bessarabiendeutscher im Kreis angekommen. In Pirna heute nacht der dritte Transport mit etwa 800 Personen eingetroffen. Wieder auf dem Sonnenstein. Weiteres Lager in Bad Schandau gestern mit 778 Personen belegt. Im Kreis Pirna werden in 10 Lagern etwa 5000 Bessarabiendeutsche Aufnahme finden. PA, 3.10.40, S.5.  

6.10.    In Tagung der Bürgermeister und OGL auch Ausführungen zu Lagern für Bessarabiendeutschen: Sonnenstein, Bad Schandau, Ostrau, Postelwitz (Bisher). Dazu: Rosenthal-Schweizermühle, Liebstadt, Bad Gottleuba-Hartmannsbach – in Vorbereitung. PA, 7.10.40, S.5.  

16.10.  OB Dr. Brunner bis auf weiteres vom Heeresdienst beurlaubt; übernahm wieder „Führung der Stadtverwaltung.“ PA, 16.10.40, S.5.  

1.12.    Pirna bekommt dritte Apotheke: Rottwerndorfer Straße 9. PA, 2.12.40, S.5.  

6.12.            Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in Pirna. Besuchte mit Mutschmann Lager der Bessarabiendeutschen auf dem Sonnenstein. „3000 Männer, Frauen und Kinder waren angetreten, teilweise in der Festtracht ihrer alten Heimat.“ PA, 7./8.12.40, S.5.  

14.12.            Jugenddienstpflicht im Bereich des Bannes 177. Nach Gesetz vom 1.12.36 wird Jahrgang 1923 zur Jugenddienstpflicht aufgerufen. Dazu Erfassungsappelle, wo über Zurückstellung wegen Untauglichkeit oder Unwürdigkeit entschieden wird. Einweisung in „Allgemeine HJ“, in die „Stamm-HJ“ nur solche, die vor Einführung der Jugenddienstpflicht freiwillig zur HJ gegangen. Dienstkarte mit Einträgen der Teilnahme. PA, 14./15.12.40, S.5.

 

Chronik 1941

 

1.1.      Mit Wirkung vom 1.1.41 übernimmt Kreisleiter Elsner die Leitung des Elbegebirgsvereins (bisher Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz). PA, Silv./Neuj. 1940/41, S.5.  

1.1.            Einwohner in Pirna zum 1.1.41: 35153. PA, 3.1.41, S.5.

Ab 1.1.41 Kriminalpolizei wieder in die Verwaltung der Stadt übergegangen. PA, 26.3.41, S.5.  

.23.1.    Aufruf zur Jugenddienstpflicht für den Jahrgang 1930/31. Meldung in den HJ-Meldestellen. Zur Meldung ist der gesetzliche Vertreter des

 Jugendlichen verpflichtet. Zuwiderhandlungen können mit Geldstrafe bis 150 RM oder Gefängnis geahndet werden. Juden und jüdische Mischlinge sind nicht anzumelden. Pirna, 23.1.41, Landrat / OB der Stadt Pirna. PA, 24.1.41, S.4.

 6.2.            Gestellungsaufruf des Jahrgangs 1923 zum Dienst in der HJ. Landrat i.V. Dr. Leipner, OB: i.V. Kühn, K-Führer des Banns 177

 Gerschel, Obergefolgschaftsführer, Führerin des Untergaus 177, Werth, Untergauführerin. PA, 6.2.41, S.4.

12.2.      Reichsminister des Innern: Polizeiordnung über den Verkehr mit Gefangenen: Mit Geldstrafe bis 150 RM oder Haft bis 6 Wochen wird bestraft, wer zu Gefangenen Kontakt aufnimmt (durch Worte, Zeichen, Versuch, sich zu verständigen oder etwas zu übermitteln). PA, 21.2.41, S.5.

14.2.    Im Lager Pirna erhalten die Bessarabiendeutschen die Einbürgerungsurkunden. Formalitäten und Übergabe durch SS-Hauptsturmführer Dr. Schneider. PA, 14.2.41, S.5.

Frühjahr            Für Forst im Frühjahr 1941 (Schneebruch) 40 frz. Kriegsgef. aus Lager Krietzschwitz zur Beräumung und Aufforstung angefordert und eingesetzt. B III-II, 19, Kriegsmaßnahmen, Berichte. 1938-1942. Bl. 43-44.  

6. 4.            Faschistischer Überfall auf Jugoslawien und Griechenland.  

15.4.    Seit über einem Jahr „Rückwandererlager“ auf dem Sonnenstein. Im Kreis zur Zeit zwanzig solcher Lager. Z.Zt. Bessarabiendeutsche. PA, 15.4.41, S.5.

25.4.    1387 Ortshandwerksmeister in Sachsen von den OG der NSDAP geprüft und bestätigt. „Der Ortshandwerksmeister ist der Beauftragte der OG der NSDAP und des Ortsobmanns der DAF. Überdies ist er der Vertrauensmann der zuständigen Handwerkskammer.“ PA, 25.4.41, S.5; PA, 10./11.5.41, S.6 (Verzeichnis bestätigter Ortshandwerksmeister).

21.5.    Am 21.5.41 im Carolabad Kriegsgefangenenlager stadtseitig eingerichtet. Zunächst 29 Franzosen. Ende Juni auf 40 erhöht. B III-II, 19, Kriegsmaßnahmen, Berichte. 1938-1942,Bl. 91.

26.5.     Volksdeutsches Lager Sonnenstein wird aufgelöst und verlegt. Letzter Kameradschaftsabend mit den zur SA gemeldeten Bessarabiendeutschen. PA, 26.5.41, S.5.

Verabschiedung der Umsiedler. Die Volksdeutschen aus Bessarabien werden nun in ihrer neuen Heimat angesiedelt. PA, 1.7.41, S.5.

22. 6.      Faschistischer Überfall auf die UdSSR.  

7.7.         Entflohene Kriegsgefangene. Am 7.7. entflohen aus dem Arbeitslager Langenwolmsdorf, Kr. Pirna, die polnischen Kriegsgefangenen Josef Adamczyk (1906) und Jean Kubanski (1912) in Uniform. Die Bevölkerung wird ersucht, den Behörden bei der Ergreifung der entflohenen Kriegsgefangenen behilflich zu sein. Etwaige Wahrnehmungen sind sofort den zuständigen Amtsstellen zu melden. PA, 9.7.41, S.5.

8.7.         Entflohene Kriegsgefangene. Am 8.7. entfloh aus dem Arbeitskommando Langenwolmsdorf der polnische Kriegsgefangene Antoni Banski (1905) in Uniform sowie der polnische Kriegsgefangene Mieczyslaw Konopka (1910). PA, 10.7.41, S.5.

14.7.       Entflohene Kriegsgefangene. Am 14.7. entflohen von der Bahnmeisterei Pirna die französischen Kriegsgefangenen Josef Liegois (1907) und Vincent Colomb (1917) am 14.7. entflohen von der Jugendherberge Königstein die französischen Kriegsgefangenen Christian Messiers (1908) André Aravo (1912), René Cambon (1911) und Frederice Maherault (1911). Die Bevölkerung wird ersucht... PA, 16.7.41, S.5.

22.7.    PA, 23.7.41, S.5: Entflohener Kriegsgefangener. Am 22.7. entfloh aus dem Arbeitskommando Stürza bei Hohnstein der Ukrainer Sigismund Kamienski (1917) aus Kiew.

23.7.    Auf ein fünfzigjähriges Bestehen konnte gestern die Abfuhrgenossenschaft Pirna zurückblicken. Die Genossenschaft wurde im Jahre 1891 von 183 Hausbesitzern gegründet zu dem Zweck, die Grubenentleerung statt der bis dahin recht primitiven Art in Zukunft automatisch vorzunehmen und damit dem Hausbesitz als auch der Allgemeinheit zu dienen. In den vergangenen 50 Jahren sind in der Entwicklung der Genossenschaft beachtliche Fortschritte gemacht worden. PA, 23.7.41, S.5.

1.8.      Der Untergang des Sowjetsternes. Im Monat August finden im Kreis Pirna Massenversammlungen statt, in denen das oben genannte Thema von namhaften Rednern der Partei behandelt wird. Versammlungen sind öffentlich. PA, 1.8.41, S.5.

5.8.            Ratsherrenberatung auf dem Sonnenstein am 5.8.41 im „volksdeutschen Lager auf dem Sonnenstein“. Nicht nur Bessarabiendeutsche, sondern neuerdings auch Baltendeutsche. B III-II, 770, Geschäftsordnung, Geschäftsverteilung und Sitzungsabschriften des Stadtrats 1936-1944, Bl. 75.  

25.8.            „Bewahrt Abstand gegenüber Kriegsgefangenen und volksfremden Arbeitskräften.“ Artikel, der sich gegen Einbeziehung von Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern in die Hausgemeinschaft wendet. Es sei „bedenklich und falsch, wenn Kriegsgefangene oder Fremdblütige heute im Kriege aus mißverstandener Menschlichkeit in der Hausgemeinschaft geduldet würden, nur weil sie bei der täglichen Arbeit helfen.“ PA, 25.8.41, S.5.

16.9.            Meldung aus Berlin: Auf Anordnung des Reichsinnenministers wird im Herbst die erste Reichsverwaltungsschule in Pirna eröffnet – für Anwärter auf den gehobenen Dienst. Lehrgangsdauer fünf, im Kriege drei Monate. PA, 16.9.41, S.3.

19.9.            Kennzeichnung der Juden mit gelbem Stern, wirksam ab 19.9., damit „dem Juden in der Heimat die Möglichkeit genommen wird, sich zu tarnen und damit jene Bestimmung zu durchbrechen, die dem deutschen Volksgenossen die Berührung mit dem Juden ersparen.“ PA, 13./14.9.41, S.6.

28.9.            Überweisung des Jahrgangs 1923 in die Partei. In Pirna am 28.9., 10 Uhr in der Deutschen Oberschule. Insgesamt werden aufgenommen weit über 150 000 Jungen und Mädel im Alter von 18 Jahren nach „sorgfältiger Auslese“. Aufgenommen etwa 350 der Ortsgruppen Pirna und der Vororte. PA, 27./28.9.41, S.6. Bericht dazu im PA vom 29.9., S.5.

1.10.    Adolf-Hitler-Schule wird ab 1. Oktober ihre Arbeit auf dem Schloß Sonnenstein in Pirna aufnehmen. Sie umfaßt vorläufig rund 200 Jungen, zu denen bald ein neuer Jahrgang stoßen wird. PA, 30.7.41, S.5. Adolf-Hitler-Schule Sachsen in Pirna (Elbe). Seit 1.10.41 Schulbetrieb auf dem Sonnenstein. Leiter: Oberbannführer Raab. 170 Schüler in 5 Zügen. Jüngster Jahrgang: 12-jährige. Längerer Artikel: PA, 10.12.41, S.5.

13.10.  Am 13.10. nahm Reichsverwaltungsschule im nach der Stadt zu gelegenen Teil der alten Feste Sonnenstein die Arbeit auf. PA, 15.10.41, S.5.

30.10.    33 Versammlungen in Ortsgruppen des Kreises: „Wo Adolf Hitler führt, ist der Sieg.“ PA, 25./26.10.41, S.6; PA, 27.10.1941, S.5 (Rednerliste).

6. 12.   Beginn der sowjetischen Gegenoffensive bei Moskau.  

8. 12.            Errichtung des Vernichtungslagers Chelmno.  

11.12.            Kriegserklärung Nazideutschlands an die USA.

 

Chronik 1942

 

20. 1.        „Wannsee“-Konferenz mit Vertretern aller Behörden zur Koordinierung der Maßnahmen bei der „Endlösung der Judenfrage“, Plan zur Ermordung von elf Millionen Menschen.  

26.1.            Städtische Kriegsgefangenenlager:

a)      für den Forst im Gasthof Krietzschwitz - 40.

b)      für städtischen Bauhof im Carolabad (Kegelbahn) Jahresende 1941: 52 Kriegsgefangene, Ende Dez. 41: 63 (Bl 100). Dort ihre Aufteilung auf Betriebe.

B III-II, 770, Bl.94.

17. 3.            Errichtung des Vernichtungslagers Belzec.  

27.4.    General Giraud aus der Festung Königstein geflüchtet. 100 000 M Belohnung ausgesetzt. PA, 27.4.42, S.4.

17. 5.            Errichtung des Vernichtungslagers Sobibor.  

2. 6.            Eintreffen des ersten Transports von Juden aus Deutschland im Ghetto Theresienstadt.  

Juni      In den Nummern des „PA“ vorherrschend: Sammelergebnisse verschiedener Art, Wettkämpfe von HJ, SA u.a., hier und da Vereinsnachrichten, vor allem von Militärvereinen, Mitteilungen über Auszeichnung mit EK II und EK I, Mitteilungen über mögliche Freiwilligen-Meldung zu Waffen-SS und Fliegerei, KdF-Veranstaltungen für Verwundete, Propagandaveranstaltungen einzelner NS-Ortsgruppen.

Bemerkenswert: Unterschiedlich formulierte Gefallenenanzeigen.  

2.7.            „Beschränkten Einführung der Hauptschule.“ PA, 2.7.42, S. 3.

15.7.    In Altendorf (bei der Dorfbachklamm) zwei entwichene sowjetische Kriegsgefangene aufgegriffen. PA, 15.7.42, S.3.  

23. 7.            Inbetriebnahme des Vernichtungslagers Treblinka.  

24.7.            Schulbesuch jüdischer Mischlinge. Verfügung, daß jüdische Mischlinge 1. Grades in Hauptschulen, Mittel- und Höheren Schulen nicht mehr aufzunehmen sind. Nach Erfüllung der Volksschulpflicht zu entlassen. Mischlinge 2. Grades nur aufnehmen, wenn Raumverhältnisse dies gestatten. PA, 24.7.42, S.3.  

30.7.    Partei-Großkundgebung im Schützenhaus am 30.7. zum Thema: „Sieg um jeden Preis“. PA, 27.7.42, S.3; Kurzbericht 31.7., S.3.  

8.9.            Polizeiverordnung über Zivilarbeiter und –arbeiterinnen aus dem altsowjetischen Gebiet, soweit diese das Kennzeichen „Ost“ zu tragen haben.“ Sie dürfen bebaute Teile ihres Unterkunftsortes nur zum Zwecke des Arbeitseinsatzes verlassen, dürfen Unterkünfte in Nachtstunden nicht verlassen, öffentliche Verkehrsmittel nicht benutzen, an Veranstaltungen jeglicher Art nicht teilnehmen u.a. „Betreuung durch DAF“. Strafandrohungen. PA, 8./9.8.42, S.8.  

29.9.    Landrat Dr. Müller an der Ostfront gefallen (Oberleutnant). PA, 29./30.8.42, S.6.  

23.9.            Reichseinheitliche Parteiaufnahme aus dem Jahrgang 1924 der HJ. Dessen Jugenddienstpflicht endet am 30.9. Wer nicht NSDAP-Mitglied wird, soll zu anderen Gliederungen, vor allem zu SA-Wehrmannschaften. PA, 23.9.42, S.3.  

11. 11.            Einmarsch faschistischer Truppen in die bisher unbesetzte Zone Frankreichs.  

22. 11. Beginn der sowjetischen Gegenoffensive bei Stalingrad.  

4.12.    230 Betriebsversammlungen im Kreis zum Thema „Starke Nerven und großes Vertrauen überdauern den Sieg“ – mit Kreis- und Gaurednern. PA, 4.12.42, S.3.  

15.12.            Jahrgang 1932/33 wird zum HJ-Dienst erfaßt. Neu: Ausgabe einer neuen HJ-Dienstkarte mit Lichtbild. PA, 15.12.42, S.3.  

17. 12.            Beschluß der Alliierten zur schonungslosen Verfolgung und Bestrafung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

 

Chronik 1943

 

1.1.      Am 1.1.43 wird das Hauptzollamt Pirna aufgelöst. In Pirna wird ein Zollamt errichtet. Silv./Neuj. 42/43, S.3.

5.1.      Artikel über Umstellung der Sebnitzer Kunstblumenindustrie auf Kriegsproduktion: Tarnmatten, Sträußchen fürs WHW, wichtige Teile für Wehrwirtschaft. „Was halten Sie für wichtiger, Kunstblumen oder Granaten?“ – fragte ein Sebnitzer Betriebsführer. PA, 5.1.43, S.3.  

21.1.            Versammlungsaktion vom 21.-24.1. – 43 Versammlungen im Kreis: „Eine starke Heimat hilft siegen“. PA, 19.1.43, S.3.  

27.1.    Zweiter Aufruf für Männer und Frauen zur Meldung für Aufgaben der Reichsverteidigung bei Wirtschaftsämtern des Kreises und der Stadt.

Grundlage: Verordnung des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz vom 27.1.43. Weitere Gruppen haben sich beim Arbeitsamt zu melden:

- Männer zwischen 16 und 65, die weniger als 48 Stunden in der Woche arbeiten;

- Frauen zwischen 17 und 45 mit Kindern über 14, die nicht berufstätig oder weniger als 36 Stunden in der Woche arbeiten. PA, 22.2.43, S. 3 u. 4.  

2. 2.            Kapitulation der faschistischen 6. Armee bei Stalingrad.  

6.3.      Letzter Aufruf zur Meldung für Aufgaben der Reichsverteidigung.

Demnach meldepflichtig:

Die selbständig Berufstätigen, die am 1.1.43 weniger als 5 Personen beschäftigten (ausgenommen Handel, Handwerk, Gaststätten, Beherbergung und Ernährungswirtschaft);

Schüler von Fach-, Hochschulen und Universitäten ab 16. Lj., Mädchen ab 17. Lj.

Frauen (17-45), die vor 1.1.43 nicht oder weniger als 48 Stunden gearbeitet. PA, 6./7.3.43, S.8.  

5.4.      10 Jahre Sondergerichtsbarkeit in Sachsen. Zunächst Freiberg bis 1940, dann in Leipzig und Dresden und ab 1.10.42 auch in Chemnitz. „Seit Kriegsausbruch ist die Zuständigkeit der Sondergerichte erheblich erweitert.“ PA, 5.4.43, S.3.  

7.4.            Öffentliche Beratung der Ratsherren in Pirna. Information über Diebstahl im Ernährungsamt: beide Täter zum Tode verurteilt. PA, 7.4.43, S.3.  

19. 4.-16.5.            Bewaffneter Aufstand im Warschauer Ghetto. Kampf einzelner Gruppen bis 23. September.  

3.5.            Ankündigung von 45 öffentlichen Versammlungen der NSDAP zu „Sieg oder bolschewistisches Chaos“. PA, 3.5.43, S.3.  

14.5.    Durch das Sondergericht in Dresden wird ein Pirnaer zum Tode verurteilt und hingerichtet. Hat in großem Umfang Feldpostsendungen beraubt. PA, 14.5.43, S.3.  

11. 6.   Befehl H. Himmlers zur Liquidierung aller Ghettos.  

1.7.      Der ehemalige Kreisbauernführer Schumann gibt Abschiedsstunde und berichtet über seine Tätigkeit bei „landwirtschaftlicher Aufbauarbeit in besetzten Ostgebieten“, wo er einen Bezirk leitet. PA, 1.7.43, S.3.  

5.7.            Mutschmann verbietet „Jazz und ähnliche entartete Musik“. Es bedeute „eine Beleidigung und Schande für unser Volk, die Afterkultur der verjüdelten und verniggerten Jazzmusik überhaupt anhören zu müssen.“ PA, 5.7.43, S.3.  

13. 7.            Programmatischer Gründungsaufruf des Nationalkomitees „Freies Deutschland“.  

21.7.    In Kornfeld des Ortsteils Hermsdorf (Bielatal) zwei entflohene sowjetische Kriegsgefangene entdeckt. Bei Festnahme durch Gendarmerie Widerstand geleistet, erschossen. PA, 21.7.43, S.3.  

13.8.    Dr. Leipner offiziell zum Landrat ernannt. PA, 13.8.43, S.3.  

8. 9.            Einmarsch von Nazitruppen in Italien nach Italiens Kapitulation am 3. Sept.  

25.9.            Sonnabend stellten zwei Altendorfer Bauern am Goldgründel drei sowjetische Kriegsgefangene. Der eine entfloh wieder, die zwei anderen der Landwacht übergeben. PA, 28.9.43, S.3.  

20. 10.            Konferenz, der alliierten Außenminister in Moskau: u. a. Beschluß über die Bestrafung aller Kriegsverbrecher.  

15.11.            Kundgebungen und Märsche unter dem Motto: „Der Sieg wird unser sein!“ PA, 15.11.43, S.3.  

18.11.  NS-Großkundgebung „Der Sieg wird unser sein!“ Durchhalteappell, PA, 18.11.43, S.3. Bericht PA, 22.11.43, S.3.  

25./26.11.            11 Luftwaffenflakhelfer aus Pirna (Oberschüler) bei Luftangriffen umgekommen (16-17jährige). PA, 3.12.43, S.4.

 

Faschismus in Pirna 1944

 

6.1.            Mutschmann übergibt kommissarische Leitung des Gaupropagandaamtes Sachsen an KL Elsner, Pirna. PA, 6.1.44, S.3.  

23.2.    OB Dr. Brunner, Major, am 23.2.(nach anderen Angaben 22.2.) seiner Verwundung erlegen; 45 Jahre alt. PA, 2.3.44, S.3;Anzeige PA, 6.3.44, S.4: Regimentskommandeur und Korpspionierführer. Gedenkfeier: PA, 17.3.44, S.3.  

28.2.            Aufnahme der Hitler-Jugend in die NSDAP: 114 Ausgewählte der Jahrgänge 1926/27 in die NSDAP in Pirna aufgenommen, „gehen zumeist zu Wehrmacht und RAD“. PA, 28.2.44, S.3.  

11.3.    36 „Kampfkundgebungen der NSDAP“ im Kreis angekündigt: „Unsere Waffen siegen doch!“ PA, 11./12.3.44, S.3.

19.3.    Hitlers „Nero-Befehl“. Danach sind alle Industrie-, Verkehrs- und Versorgungsanlagen und Sachwerte zu zerstören, wenn sie beim Vorrücken der Siegermächte in deren Hände fallen könnten. Ferner heißt es u. a. : „Es ist ein Irrtum zu glauben, nicht zerstörte oder nur kurzfristig gelähmte Verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlagen bei der Rückgewinnung verlorener Gebiete für eigene Zwecke wieder in Betrieb nehmen zu können. Der Feind wird bei seinem Rückzug uns nur eine verbrannte Erde zurücklassen und jede Rücksichtnahme auf die Bevölkerung fallen lassen.“  

19. 3.            Einmarsch deutscher Truppen in Ungarn. Einsetzung einer Quisling-Regierung unter Szalasi.  

4.5.            Wehrschießen in verschiedenen Orten. Alle zur Teilnahme aufgerufen. „Jeder deutsche Mann beweist durch seine Teilnahme am Schießen, daß er wehrwillig und pflichtbewußt ist.“ Geschlossene Teilnahme von Betriebsbelegschaften. PA, 4.5.44, S.3.  

13.5.    Erste Pirnaer Kunstausstellung wird 13. Mai eröffnet (Klosterhof). PA, 6./7.5.44, S.3.  

23.5.            Städtischen Oberschule für Mädchen. Im laufenden Schuljahr 381 Schülerinnen.

Abiturientinnen: 1941 – 11; 1942 – 15; 1943 – 21; 1944 – 25. Infolge Belegung als Reservelazarett – Verlegung: Teil ins Schulgebäude Reichsstraße, das sie mit HJ und NSV-Kindertagesstätte teilt, teils weiterhin in der Weststr., in der Höheren Handelslehranstalt und in der Mädchenschule. PA, 23.5.44, S.3.  

11.9.            Kundgebung mit 500 Betriebsführern und Arbeitsobmännern – „Alles für den Sieg!“ Elsner mit Durchhalteappell. Ist zum Leiter der Kreiskommission für den totalen Kriegseinsatz berufen. PA, 11.9.44, S.3.

S.4: Verordnung vom 30.8.44 über die 60-Stunden-Woche im Reichsanzeiger bekannt gegeben.  

13.9.            Arbeitsamt fordert Kulturschaffende, die infolge der während des „totalen Kriegseinsatzes“ verordneten Einschränkung des

 Kulturlebens tätigkeitslos sind, zur Anmeldung für Arbeit in Rüstungsbetrieben auf. PA, 13.9.44, S.3.

17.9.            Wehrkampftag der SA-Standarte 177. Rede Elsners. U.a.: „Ein Deutscher, der nicht bereit ist, diese Lasten auf sich zu nehmen, gehört nicht mehr in unser Reich, nicht mehr in unsere Volksgemeinschaft. Es gibt keine Behörde, keine Verwaltung, die nicht dieselbe Belastung auf sich nehmen kann, wie die deutsche Bauernfrau. Wer nicht für den Führer und den Sieg spricht, ist ein Feind des deutschen Volkes. Wer untreu wird in diesem Kriege, wird fallen, jetzt ist die Zeit der letzten Entscheidung angebrochen.“ PA, 18.9.44, S.3. -  20 Uhr – Ladenschluß an Dienstagen, Donnerstagen und Freitagen; Sonnabend: 18 Uhr.  

25.9.    Erlaß Hitlers zur „Bildung des Deutschen Volkssturms“. Der „PA“ berichtet darüber erst am 19.10.44, S.1.  

21.10.            Öffentliche Kundgebung auf Marktplatz zur Bildung des Volkssturms. Volkssturmführer Pirna: SA-Hauptsturmführer Kliemann. VS gegliedert in Bataillone und Kompanien. PA, 20.10.44, S.3. Bericht 23.10., S.3. Vereidigung des Volkssturms am 21.10. auf Sportplatz Weststraße. PA, 9.11.44, S.3.

 

Chronik 1945

 

12.1.    PA, 13./14.1.45, S.4: Zur Heizstoffeinsparung alle Schulen bis 22.1. geschlossen. Am 16.1. warm angezogen in die Schulen zum Empfang von Hausaufgaben.  

24.1.            Mutschmann-Aufruf: Nehmt Umquartierte auf! PA, 24.1.45, S.3.  

Ende Januar             Der „PA“ erscheint teilweise mit nur 2 Seiten.  

12. 2.            Erklärung der alliierten Konferenz in Jalta: u. a. internationales Gericht über die faschistischen Mörder und Kriegsverbrecher.  

13.2.            Keinerlei Äußerung zu Bombardement Dresdens; erst am 15.2., S.2 kurze Notiz mit allgemeiner Verurteilung und Hilfeaufruf für Ausgebombte – keine konkreten Angaben. Erst am 19.2. Aufruf Mutschmanns.  

15.2.        Beim Luftangriff auf die „Hermann-Göring-Siedlung“ in der Südvorstadt gibt es 47 Tote und zahlreiche Verletzte.

 12 Wohngebäude erleiden Totalschaden, 39 werden mittelschwer beschädigt.

20.2.            Polizeistunde auf 22 Uhr festgesetzt. Herstellung von Weißware (Brötchen, Kuchen usw.) ab sofort verboten. PA, 20.2.45, S.2.  

24.2.            Verbandsberufsschule und Gewerbeschule: Unterricht setzt bis auf weiteres aus.

Volkssturmpflichtige, die umgesiedelt, haben sich innerhalb von 24 Stunden bei neuer zuständiger OG der NSDAP zu melden, sonst strenge Bestrafung. PA, 24./25.2.45, S.3.  

2.3.            Bomenstreuwürfe auf Jessen.  

23.3.    Aufruf zur Jugenddienstpflicht für Jungen und Mädchen, die zwischen 1.7.34 und 30.6.35 geboren. Standortführer Pirna. PA, 22.3.45, S.2.  

21.4.            Kreisleiter Elsner ruft alle zu Schanzarbeiten auf. PA, 21./22.4.45, S.2.  

19.4.    Angriff amerikanischer Bombereinheiten auf Pirna.

Baureste auf Fliegerschadenstellen (Steine, Ziegel, Dachziegel, Türen, Fenster, Holz- und Eisenteile, Öfen, Heizungs- und Installationsteile) beschlagnahmt. PA, 23.4.45, S.2.  

24.4.            Verpflichtung der Hausbesitzer zur Schuttberäumung. Nicht in Bombentrichter werfen! Todesnachrichten über bei Fliegerangriffen am 19.4.45 Getötete (138 Anzeigen). PA, 24.4.45, S.2. PA, 23.4. 17; am 24.4.: 12; am 25.4.: 14; am 26.4.: 29; am 27.4.: 12; am 28./29.4.: 13; am 30.4.: 7; am 1.5.: 8; am 2.5.: 15; am 4.5.: 1; am 5./6.4.: 2.  

5.5.            Schanzpflicht für Männer zwischen 14 und 60 und Frauen zwischen 16 und 45 Jahren. PA, 5./6.5.  

8.5.            Sowjetische Truppen ziehen in Pirna ein.  

B III-V, 341:

Bombenangriffe

15.2.45 mittags Südvorstadt 47 Tote

2.3.45  Jessen keine Toten, nur Gebäudeschäden.

14.4.45

19.4.45 mittags, Brückenbereich,Copitz, Bahnhofsgelände, Stahlwerk, Friedhof. 203 Tote, 760 zerstörte Wohnungen Bahnhofsgelände

  B III-V, 342, Fliegerangriff am 19.4.1945 Besichtigungsberichte über Gebäudeschäden.

Gebäudeschäden leicht:

Bahnhofstr. 1, Breitestr. 28/29, 30, 31, 32; Brückenstr. 1; Dohnasche Str. 4,12,13; Fährstr. 5 leicht,

Dohnasche Str. 1 und 3 schwer.

Ferner Leichtbeschädigt: (Glas, Ziegeldächer)

Feistenberg 2,4,8,10,12,14,16,20,22,24,15,13.

Glashüttenstraße 17,13,11,9,7,5,3.

Postweg 2,10

Dippoldiswalder Str. 30,42,52,29,31.

Friedhofsgebäude

Haußner Str. 2,4,6,7,10

Grohmannstr. 1,5

Schwer wiederherstellbar: Feistenberg 6,18.

Total:             Geibeltstr. 1

Hindenburgplatz 4,5,7

Klostergäßchen 2,3

Kurzfristig nicht wiederherstellbar:

            Hauptplatz 2,3,8,13.

Klosterstraße 5,7,7c,9.

Leicht beschädigt:

            Hauptplatz 5,6,7,9,10,11.

            Hindenburgplatz 2,6,8.

            Jacobäerstr. 3,5.

            Klosterstr. 5b,5c,7b.

Schwer beschädigt:

Klostergäßchen 1

Klosterhof 4

Klosterstraße 1, 3b, 6, 11c.

Total:

            Klosterstr. 3,4,4b,6b,9b,10,12,8(Seitengebäude)

Schwer: Lauterbachstr. 8,9.

19.7.-2.8.            August Konferenz der Regierungschefs der UdSSR, der USA und Großbritanniens in Potsdam. Annahme des Potsdamer Abkommens, in dessen Abschnitt VII die Absicht bekräftigt wird, die faschistischen Hauptkriegsverbrecher vor ein internationales Gericht zu stellen. Die französische Regierung schließt sich dem Abkommen an.  

8. 8.            Abkommen der vier Alliierten in London über die Verfolgung und Bestrafung faschistischer Verbrecher, Annahme des Statuts für den Internationalen Militärgerichtshof, das dessen Zuständigkeit regelt und die Untaten, über die verhandelt werden soll, fixiert.  

18.10.            Anklageerhebung gegen 23 Naziverbrecher, die an der Spitze der NSDAP, der Wehrmacht, des Staates und der SS standen und sich nicht wie Hitler, Goebbels und Himmler durch Selbstmord der Verantwortung entzogen hatten. Anklagepunkte: Verschwörung gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

20.11.  Beginn des Hauptkriegsverbrecherprozesses vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg.

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