Beiträge zur Geschichte von Stadt und Kreis Pirna nach 1945

Hier sollen zunächst in lockerer Folge monographische Beiträge zu einzelnen Seiten der geschichtlichen Entwicklung in Angriff genommen werden, als Voraussetzung für eine später vorzusehende zusammenfassende Darstellung des Zeitraums der Geschichte von SBZ und DDR.

Zunächst sollen die wesentlichsten Veränderungen im Zeitraum 1945 bis 1949 bearbeitet werden.

Der Kreis Pirna unter Besatzungsrecht (PDF-Datei)

Aufbau deutscher Selbstverwaltungsorgane (PDF-Datei)

Entnazifizierung (2007)

Bodenreform

Schulreform

Die Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse in Industrie und Gewerbe

Andere Reformen (Justiz...)

 

Beabsichtigt ist auch die Aufnahme von Beiträgen, die sich einzelnen Abschnitten oder Lebensbereichen während der Existenz der DDR widmen.

 

Als einen der ersten geben wir hier die Geschichte der

LPG "Weideland" Gottleuba wieder

Zu bereits bearbeiteten Beiträgen führen Links.

Aus Friedrich Schorlemmer, Erinnern und Vergessen

ALTES ÜBEL – NEUES SPIEL Der lange Schatten der DDR und die Vergangenheitspolitik

In: Freitag 41 12. Oktober 2007, S.7.

 „Fünf grundsätzliche Voraussetzungen wären zu benennen, aus denen sich ein zutreffenderes Urteil über die DDR nachträglich bilden könnte:

Erstens, nach Zusammenbruch und Befreiung bot sich vielen in der sowjetischen Besatzungszone – später der DDR – die sozialistische Idee als durchaus faszinierende Alternative an. Große humanistische Werte leuchteten am Horizont der Geschichte. Man entwickelte ein geschlossenes, scheinbar in sich schlüssiges Gedankensystem, das Schwierigkeiten als zeitbedingte Widersprüche empfand. Aber was waren die gegen Arbeit, Gesundheit, Kultur, Bildung, Gleichberechtigung, Frieden, Völkerverständigung? Wer dem einmal – und sei es aus biographisch nachvollziehbaren Gründen – gefolgt war, dem fiel es schwer, sich wieder zu lösen.

Zweitens, die DDR ist nicht zu verstehen, ohne sie als Teil der Nachkriegsordnung, als Faustpfand der Sowjetunion und Teil der Systemkonfrontation zu verstehen. Die DDR war daher ein bedingt souveräner Staat.

Drittens, da die DDR nur als Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte begriffen werden kann, ist es nötig, dem geteilten Land eine ungeteilte Geschichte zu schreiben – stets die Wechselwirkungen berücksichtigend. Peter Bender hat dies bisher mit seinem Buch Deutschlands Wiederkehr. Eine ungeteilte Nachkriegesgeschichte 1945-1990 (2007) als Einziger getan. Man versteht das (anpasslerische) Verhalten von DDR-Bürgern nur richtig, wenn man davon ausgeht, dass keiner davon ausgehen konnte, dass die DDR bald untergehen oder die Sowjetunion je wieder die deutsche Einheit zulassen würde. (Nachhaltig wirkte dort der Schock des 22. Juni 1941.)

Viertens, wer heute über das Leben in der DDR urteilt, ohne die damaligen Umstände zu berücksichtigen, kommt zu falschen Schlüssen, zumal die DDR-Bürger seit 1961 eingemauert waren. Man mache sich etwa die Notlage eines 18-jährigen Grenzsoldaten klar, der sich für drei Jahre verpflichtet hat, um Medizin studieren zu können: Dessen Angst vor einem Flüchtling, obwohl er die Kalaschnikow – oder weil er die Kalaschnikow in der Hand und eine Vergatterung im Ohr hat.

Fünftens, beim Urteil über das Leben in der DDR wird eine Fokussierung auf die Staatssicherheit diesem Leben nicht gerecht. Selbstredend müssen deren Machenschaften zur Sprache kommen und Opfer entschädigt werden. Aber davon darf nicht vollends verdeckt werden, dass es in der DDR auch reiches, glückliches, authentisches und aufrechtes Leben gab.“